„Die Zustände in Jobcentern nehmen immer dramatischere Züge an: In einem
Jobcenter in Frankfurt am Main hat eine Polizeibeamtin eine 39jährige
Hartz IV Bezieherin erschossen. Laut einer ersten Stellungnahme der
Polizei, habe die getötete Frau zuvor versucht, mit einem Messer die
herbeigerufenen Polizisten zu verletzten. Dabei wurde ein Beamter am Arm
und am Bauch verletzt…“ Meldung vom 19.05.2011 bei gegen-hartz.de
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/polizei-erschiet-hartz-iv-bezieherin-im-jobcenter-676.php
Siehe dazu:
a) Gewerkschaften: Hartz IV-Gesetze schuld an Todesschüssen in Frankfurter
JobCenter
„Nach den tödlichen Schüssen in einem Jobcenter in Frankfurt am Main
kritisieren die Angestellten-Gewerkschaft Komba und die
Polizeigewerkschaft (DPolG) die umstrittenen Hartz-Gesetze. Immer wieder
rasten Antragsteller aus, wenn Mitarbeiter der Jobcenter aufgrund der
gesetzlichen Bestimmungen ablehnende Bescheide erteilen müssen, sagt der
Komba-Vizevorsitzende Ulrich Silberbach. Dabei seien lautstarke
Beleidigungen und Bedrohungen, Randalieren, Tritte gegen das Mobiliar und
Geräte noch die harmloseren Vorfälle. Auch gegen Angriffe mit Fäusten,
Messern und Gaspistolen müßten sich die Beschäftigten wehren.
Sicherheitsdienste wurden schon engagiert, aber immer wieder muss auch die
Polizei zur Hilfeleistung und zum Schutz der Beschäftigten anrücken. Bei
einer Befragung von 500 Mitarbeitern im Jahre 2009 hätten knapp 25 %
angegeben, bereits einmal Opfer eines solchen Übergriffs gewesen zu sein.
Mehr als 10 % von ihnen haben bis heute mit psychischen Folgen zu kämpfen.
"Diese Probleme kann der Gesetzgeber zumindest mildern, wenn er endlich
vernünftige Gesetze machen würde", meint auch der Chef der DPolG Rainer
Wendt…“ Berliner Umschau-Meldung vom 20.05.2011
http://www.berlinerumschau.com/news.php?id=19677&title=Gewerkschaften%3A+Hartz+IV-Gesetze+schuld+an+Todessch%FCssen+in+Frankfurter+JobCenter&storyid=1001305881269
Hierzu erhielten wir einen Kommentar: „1. gemeint sind hier die KOMBA und
die DpolG. Alle DGB –Gewerkschaften und auch der DGB selbst äussern sich
nicht. Sie sollten das aber tun. Wir warten auch immer noch auf ein „mea
culpa“, denn sie waren an der Realisierung der Hartz-Gesetze I – IV aktiv
als Mitglieder der Hartz-Kommission beteiligt: Peter Gasse, Bezirksleiter
der IG Metall Nordrhein-Westfalen, Harald Schartau, Minister für Arbeit
und Soziales, Qualifikation und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen
(zuvor IG-Metall-Chef in Nordrhein-Westfalen) und Isolde Kunkel-Weber,
Mitglied des ver.di-Bundesvorstandes.
2. Dem Vernehmen nach kommt es tatsächlich zunehmend zu Konflikten, „weil
das Geld nicht zum Fressen ausreicht“. Nach den neuesten
Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes stiegen die Preise für
Verbrauchsgüter innerhalb eines Jahres um 4 %, für Nahrungsmittel um 7,2
%. Tatsächlich wird das im unteren Einkommensbereich weitaus mehr sein.
Die (notwendigen) Bestrebungen, um eine ausreichend Grundsicherung oder
ein Sozialticket zu kämpfen, hinken der Realität hinterher.“
b) Tod im Jobcenter. Die Folgen des Todesschusses
„Zusätzliche Sicherheits-Bausteine im Jobcenter werden gemeinsam mit der
Poilzei geprüft: Schließfächer, Wachpersonal... es fehlen aber auch
schlicht Stellen zur Bearbeitung von Hartz IV…“ Artikel in der Frankfurter
Rundschau vom 23.5.2011
http://www.fr-online.de/frankfurt/die-folgen-des-todesschusses/-/1472798/8481706/-/index.html
Tags: Jobcenter Frankfurt am Main, Hartzgesetze, Hartz Vier, Hartz4, HartzIV, Komba, DPolG
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