UA-219/2009
Index:
AMR 41/043/2009
20. August 2009
HerrSILVERIO IVÁN JAIMES FILIO, 22 Jahre
HerrJORGE RAÚL JAIMES JIMÉNEZ, 23 Jahre
Silverio Iván Jaimes Filio und Jorge Raúl Jaimes Jiménez wurden im Bundesstaat Morelos von Soldaten willkürlich festgenommen und gefoltert. Einige Stunden später ließen die Soldaten die Männer wieder frei, drohten ihnen jedoch und sagten, dass sie in Gefahr seien, wenn sie über diesen Vorfall berichteten. Die beiden jungen Männer könnten in Lebensgefahr sein.
Am 14. August 2009 waren Silverio Iván Jaimes Filio und Jorge Raúl Jaimes Jiménez mit dem Auto in der Stadt Cuernavaca in der Nähe der Hauptstadt Mexiko-Stadt unterwegs, als um 10.30 Uhr ein Streit mit Männern ausbrach, die die Straße an einer Ampel überquerten. Fast augenblicklich waren uniformierte Soldaten und Polizeibeamte vor Ort. Silverio Iván Jaimes Filio und Jorge Raúl Jaimes Jiménez wurden in einen Militärlaster gezerrt und an einen unbekannten Ort gebracht. Die beiden Männer glauben, dass es sich dabei um Kasernengebäude handelte.
Nach Aussagen der beiden Betroffenen drohten die Soldaten ihnen in den folgenden Stunden mit Folter, Vergewaltigung und ihrer Ermordung. Man verband ihnen die Augen, schlug sie am ganzen Körper, trat ihnen gegen den Kopf, in die Rippen und in den Rücken, während sie am Boden lagen. Die Soldaten befragten Silverio Iván Jaimes Filio und Jorge Raúl Jaimes Jiménez immer wieder nach möglichen Verbindungen zu Drogendealern, was die beiden Männer verneinten. Die Soldaten sagten zu den Beiden, dass sie ihnen Elektroschocks geben, sie vergewaltigen, ertränken und eine Schlucht hinunter werfen würden. Den Aussagen von Silverio Iván Jaimes Filio und Jorge Raúl Jaimes Jiménez zufolge drohten ihnen die Soldaten weiter: "Wenn ihr uns verratet, wird euch etwas Schreckliches zustoßen, und niemand wird uns etwas tun, denn wir sind Soldaten."
Silverio Iván Jaimes Filio und Jorge Raúl Jaimes Jiménez wurden einige Stunden später ohne Anklage freigelassen und an einer Straße außerhalb von Cuernavaca ausgesetzt. Sie haben den Vorfall im Büro der Generalstaatsanwaltschaft von Morelos gemeldet, erhalten jedoch keinen Schutz seitens der Behörden.
Hintergrundinformationen
Seit 2007 werden Gewaltverbrechen in Zusammenhang mit organisierter Kriminalität in Mexiko immer häufiger. Medien berichteten im Jahr 2008, dass im vergangenen Jahr mehr als 6.000 Menschen in gewalttätigen Zwischenfällen, die mit organisierter Kriminalität in Verbindung gebracht werden, getötet wurden. Die Regierung unter Staatspräsident Calderón versucht, die zunehmende Gewalt einzudämmen, indem sie in den am stärksten betroffenen Gebieten tausende Bundespolizisten und mehr als 45.000 Soldaten einsetzt. Ein Rückgang der Kriminalität ist jedoch nicht zu verzeichnen. Stattdessen häufen sich laut der staatlichen Menschenrechtskommission Berichte über Menschenrechtsverletzungen durch das Militär: gesetzeswidrige Hausdurchsuchungen, willkürliche Inhaftierungen, Folter und Tötungen habe sich zwischen 2006 und 2008 versechsfacht. Solche Fälle werden in der Regel von der Militärjustiz untersucht, und Verfahren finden vor Militärgerichten statt, sodass unparteiische und unabhängige Ermittlungen nicht garantiert sind und die große Mehrheit der Täter straffrei bleibt. Den Opfern und ihren Angehörigen wird somit das Recht auf Aufklärung der Taten und Bestrafung der Täter verwehrt. Militärangehörige sind sich der Tatsache, dass man sie in der Regel nicht zur Verantwortung zieht, bewusst.




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